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Wenn Gerüche vor der Geburt wirken: Fettige Aromen erhöhen späteres Übergewichtsrisiko
Eine aktuelle Studie zeigt, dass bereits der Geruch fettreicher Lebensmittel während der Schwangerschaft das Risiko für Übergewicht bei den Nachkommen erhöhen kann. In ihren Experimenten erhielten trächtige Mäuse eine ausgewogene, fettarme Nahrung, die jedoch mit intensiven Fettaromen wie Speckgeruch versehen war. Während sich der Stoffwechsel der Muttertiere nicht veränderte, reagierten ihre Jungen später deutlich empfindlicher auf fettreiche Kost und entwickelten häufiger starkes Übergewicht sowie Insulinresistenz, ein frühes Anzeichen für Typ-2-Diabetes.
Bei der Analyse stellten die Forscher fest, dass sich auch bestimmte Hirnareale der Nachkommen verändert hatten. Betroffen waren unter anderem neuronale Netzwerke, die Hunger, Motivation und Belohnung steuern. Diese Gehirnstrukturen zeigten ein Aktivitätsmuster, wie man es sonst von stark übergewichtigen Mäusen kennt, obwohl die Muttertiere selbst gesund gefressen hatten. Offenbar kommen Föten bereits im Mutterleib und später über die Muttermilch mit solchen Gerüchen in Kontakt. Sogar eine gezielte Aktivierung der entsprechenden Nervenbahnen in der frühen Lebensphase reichte aus, um im Erwachsenenalter Fettleibigkeit auszulösen.
Die Ergebnisse sind auch mit Blick auf den Menschen relevant. Zwar ist bekannt, dass Kinder übergewichtiger Mütter häufiger selbst zunehmen, doch die Studie deutet darauf hin, dass schon Gerüche energiereicher Nahrung während Schwangerschaft und Stillzeit langfristige Effekte haben könnten, selbst bei normalgewichtigen Müttern.
Bei der Zusammensetzung der Diäten nutzte das Forschungsteam Aromastoffe, die teilweise identisch mit gängigen Lebensmittelzusatzstoffen sind. Die Forschenden sehen in diesem Studienergebnis einen Hinweis, dass weiter untersucht werden sollte, wie solche Substanzen während Schwangerschaft und Stillzeit die spätere Stoffwechselgesundheit von Kindern beeinflussen können.
Casanueva Reimo, L. et al.
Fat sensory cues in early life program central response to food and obesity
Nature Methabolism
12/2025
- Gesundheit & Medizin


